Seit China WTO-Mitglied geworden ist, sanken die Importsteuern für Weine von 65 auf 14 Prozent im Jahr 2005 gefallen und sinkt weiter bis 10 Prozent. Mit der gestiegenen Lebensqualität gibt es ständig mehr Chinesen, die den Wein entdecken. Wein hat sich zu einem Statussymbol entwickelt.
Durch Messen, Degustationen und Promotionsanlässe treten immer mehr ausländische Weinproduzenten auf dem chinesischen Markt auf. Viele Firmen suchen sehr aktiv Vertriebspartner um China auch ausserhalb der drei grossen Zentren abdecken zu können. Gleichzeitig erstarken auch die chinesischen Weinproduzenten, die sehr offensiv den Markt bearbeiten.
Derzeit ist der chinesische Weinmarkt sehr konzentriert. Die vier grössten chinesischen Produzenten teilen sich fast 50 Prozent des Marktes. Importiert wurden im ersten Halbjahr 2006 über 8,5 Millionen Liter in Flaschen abgefüllter Wein und rund 67 Millionen Liter Wein in Fässern. Das entsprach einem Wachstum um sagenhafte 653 bzw. um 209 Prozent. Die Experten betonen, dass die steigenden Importe von ausländischem Wein ein Alarmsignal für die chinesischen Produzenten ist, die Qualität, aber auch die Menge der eigenen Produktion weiter zu steigern.
Unabhängig davon sind die Verkäufe der chinesischen Weine in den letzten Jahren ebenfalls sehr stark gestiegen. Wein wird für die Chinesen immer mehr zu einem Alltagsgetränk. Zhangyu, einer der vier grossen einheimischen Weinproduzenten, machte im ersten Halbjahr 2006 einen Reingewinn von rund 200 Millionen Yuan, was einer Steigerung um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die bekannten einheimischen Marken kämpfen aggressiv gegen regionale Anbieter und drängen gleichzeitig in die noch nicht abgedeckten Regionen Chinas.
Derzeit wird mehr Wein von Frankreich oder Italien als von Australien verkauft. Dies wird sich in absehbarer Zeit ändern, da die Wachstumsraten der australischen Marken wesentlich höher ist, als jene der Europäer. Ein Bericht der australischen Weinbauvereinigung zeigt, dass die Exporte nach China um rund 20 Prozent pro Jahr steigen. Der fünfte Kontinent hat den natürlichen Vorteil der kürzeren Wege. Zudem gibt es traditionellerweise viele Kontakte zwischen Australiern und Chinesen. Ein weiterer Vorteil liegt auch in der Sprache: die englischen Etiketten sind für chinesische Konsumenten wesentlich einfacher zu verstehen und stossen damit auf eine grössere Akzeptanz. Kommt hinzu, dass gemäss Weinverkäufer sich die australischen Weine mit dem stärkeren Geschmack und der schöne Farbe optimal den Anforderungen des Marktes entsprechen. Da die Australier grossräumiger und maschinenintensiver produzieren, haben diese auch im Preis einen Vorteil.
Einige Experten betonen, dass es für einen erfolgreichen Markteintritt in China gute Verkaufskanäle braucht. Hier fallen relativ hohe Kosten an: Eintrittsgebühren für die Aufnahme ins Sortiment der Supermärkte, Beiträge, damit an den Verkaufspunkten Promotionen durchgeführt werden können etc. Diese Kosten fallen über eine längere Zeitdauer an, da es erfahrungsgemäss längere Zeit dauert, bis in China eine gewisse Kundenbindung erreicht ist.
Zurzeit beträgt der Anteil des Weins an der Menge der konsumierten alkoholischen Getränke erst 1,1%. Die Kenner gehen davon aus, dass Importweine primär im höchsten Qualitätssegment gute marktchancen haben. |